Mörfi
schrieb am 28. August 2026 um 0.01 Uhr
Papa,
heute ist ein Jahr vergangen, seit du gegangen bist. Ein ganzes Jahr. Und trotzdem gibt es Momente, in denen es sich anfühlt, als wäre es erst gestern gewesen.
Seit diesem Tag ist so viel passiert. Mein Leben ist weitergegangen, obwohl ein Teil von mir an diesem Tag stehen geblieben ist. Ich habe gelacht, funktioniert, Entscheidungen getroffen und versucht, meinen Weg weiterzugehen. Aber egal, was passiert ist – du hast gefehlt. Bei den großen Dingen genauso wie bei diesen kleinen Momenten, in denen ich einfach nur gerne deine Stimme gehört oder dir etwas erzählt hätte.
Es gibt so vieles, was ich dir noch sagen wollte. So vieles, bei dem ich gerne gewusst hätte, was du dazu sagst. Und manchmal würde ich alles dafür geben, dich nur noch ein einziges Mal zu sehen. Dich in den Arm zu nehmen und dir zu sagen, wie verdammt wichtig du für mich warst und immer noch bist.
Ich glaube, erst als du nicht mehr da warst, habe ich wirklich verstanden, wie selbstverständlich deine Nähe für mich gewesen ist. Man denkt immer, man hätte noch Zeit. Noch einen Anruf. Noch ein Gespräch. Noch ein gemeinsames Lachen. Noch ein „Bis später, Papa“.
Und plötzlich gibt es dieses „später“ nicht mehr.
Vor kurzem habe ich eine riesige Sternschnuppe gesehen. Sie war so hell und so besonders, dass ich in diesem Moment einfach nur an dich denken konnte. Vielleicht war es nur eine Sternschnuppe. Aber für mich hat es sich für einen kurzen Augenblick so angefühlt, als würdest du mir zeigen: „Ich bin noch da.“
Und vielleicht brauche ich gar nicht zu wissen, ob es wirklich ein Zeichen von dir war. Für mich war es eines. ❤️
Was geblieben ist, bist du. In meinen Erinnerungen. In meinen Gedanken. In Dingen, die ich tue und bei denen ich manchmal merke: Das habe ich von dir. Und genau deshalb wirst du auch niemals ganz weg sein.
Ich hoffe so sehr, dass du irgendwo bist und sehen kannst, wie es mir geht. Dass du siehst, wie sehr ich versuche, meinen Weg zu finden. Und ich hoffe, dass du manchmal ein kleines bisschen stolz auf mich bist.
Ein Jahr ohne dich hat mir gezeigt, dass Zeit eine Wunde wie diese nicht einfach heilt. Man lernt nur irgendwie, mit diesem fehlenden Stück im Herzen weiterzuleben.
Du fehlst mir, Papa. Mehr, als Worte jemals beschreiben könnten.
Und egal, wie viele Jahre noch vergehen:
Du bleibst mein Papa.
Du bleibst ein Teil von mir.
Und ich werde dich lieben und vermissen, solange ich lebe. ❤️
Bis wir uns irgendwann wiedersehen.
Dein Mörfi - Dein Sohn 🫶🏼